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28.07.2011 (298 Days Ago)

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Vertical Farming
Vertical Farming
298 days ago 0 comments Categories: Farm Blogs Tags:
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Auch in der Zukunft muss der Hunger einer rasant wachsenden Weltbevölkerung gestillt werden. Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich nicht erst seit heute Wissenschaftler, Landwirte und Architekten.

Fest steht, dass die konventionellen Methoden des Ackerbaus irgendwann an ihre Grenzen stoßen werden. Fehlende Flächen, ausgelaugte Böden, Dürre, Flut und unvorhersehbare Naturgewalten sind nur einige Gründe, warum die Produktivität nicht überall ins Unermessliche steigen kann. Der New Yorker Professor Dickson Despommier hat 1999 zusammen mit seinen Studenten die Idee des „Vertical Farming“ aufgegriffen und zu einer Vision der urbanen Landwirtschaft gemacht.  

Im Kern geht es um den Innenanbau von Pflanzen mitten in der Stadt. Nach Berechnungen von Despommier wird bis zum Jahr 2050 mehr als eine Milliarde zusätzliche Ackerfläche benötigt – mehr Fläche als es gibt. Er ist Verfechter des Hochhausackerbaus: In Höhe gehen statt in die Breite. Eine Methode, die bereits die Indios im Regenwald nutzten, indem sie unter großen Nussbäumen in den mittleren Etagen Bananen, Kakao und Mangos und am Erdboden Süßkartoffeln und Maniok anbauten.  

Despommiers Vision des Farmscrapers ist zwar noch nicht real, dennoch gibt es erste Versuchsfarmen. Zum Beispiel die Farm des koreanischen Agrarforschers Choi. Dort wird auf 450 Quadratmetern Fläche der senkrechte Anbau erforscht. Man sieht Salatköpfe in mehreren Schichten gedeihen, Wurzeln in Nährstofflösungen und alles wird in ein rosa Licht getaucht. Verwendetes Wasser wird vollständig recycelt und Pestizide werden nicht gebraucht, denn Luftschleusen halten Schädlinge und Keime fern. Die Koreaner möchten mit diesem System in rund fünf Jahren an den freien Markt gehen. Dann wäre es denkbar, ganze Städte mit Nahrung aus der „Vertical Farm“ autark zu versorgen. Länder, in denen fruchtbarer Ackerboden und Wasser Mangelware sind, möchten sich unabhängiger von Lebensmittelimporten machen. So haben sich Katar, Abu Dhabi und Dubai schon mit Despommier über seine Vision ausgetauscht. Die Niederlande, Schweden, Großbritannien, Indien und China haben ebenfalls offene Ohren für das Konzept.

Noch wachsen in New Yorks Hochhäusern noch keine Kartoffeln. Es gibt aber  viele kleinere Projekte. Im südenglischen  Paignton Zoo gibt es ein Treibhaus mit mehreren Ebenen, die sich um die eigene Achse drehen lassen, um Beleuchtungs- und Belüftungskosten zu ersparen und den Gärtnern das Arbeiten zu erleichtern. Ein weiteres Erfolgsbeispiel ist die organische Farm von Jeff Kellogg in den USA. Dort wachsen in einer mehrgeschossigen Gemüseplantage mehr als 70.000 Gemüsepflanzen in Nährstofflösungen auf einer Fläche von nur fünf Tennisplätzen. In den Niederlanden kann man sogar die Produkte einer Vertical Farm im Supermarkt kaufen. Im PlatLab werden Nutzpflanzen ohne Sonnenlicht in drei unterirdischen Stockwerken angebaut, und das mit dem dreifachen Ertrag eines konventionellen Gewächshauses.

„Vertical Farming“ ist also mehr als nur Zukunftsmusik. Neben bürokratischen und technischen Hürden bei der Realisierung ist die Energieversorgung größerer Farmen noch problematisch.

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